Wartungsarbeiten am 10.05.2022 von 08.30 bis 18.00 Uhr - Travaux de maintenance le 10.05.2022 de 08:30 h à 18.00 h

Regelmässige, gezielte Unterrichtsbesuche stellen einen zentralen Baustein der pädagogischen Führungsaufgabe dar. Sie ermöglichen den Schulleitungen die Einflussnahme auf die Unterrichtsqualität und sind Grundlage für den unterrichtsbezogenen Dialog mit den Lehrpersonen und für die individuelle Rückmeldung. Damit diese Besuche, die Beobachtung und die Besprechung professionell durchgeführt werden, gibt es Hilfsmittel und Instrumente, welche bei dieser Führungsaufgabe unterstützen. 

1. Einbettung

Damit die unterrichtsbezogene Personalentwicklung wirksam wird, muss sie in einen Kontext eingebettet sein:
Die Schulleitung sorgt – oft in Zusammenarbeit mit einer Steuergruppe – für eine Reihe von miteinander zusammenhängenden schulinternen Weiterbildungen. Dabei wird curricular aufbauend ein didaktisches Thema vertieft. Die Lehrpersonen erleben Verbindlichkeit:

  • in der Weiterbildungsreihe,
  • in der Umsetzungsarbeit der Unterrichtsteams,
  • in den begleitenden Kollegialen Hospitationen und
  • in den Unterrichtsbesuchen der Schulleitung.

Viele Berner Schulen haben in dieser Weise Erfahrungen sammeln können mit dem Aufbau des Kooperativen Lernens und mit der Einführung des Lehrplans 21.

2. Kriterien 

In den meisten Schulen sind seit Jahren Kriteriensammlungen für guten Unterricht vorhanden. Folgende Quellen werden hierbei empfohlen als Grundlage, um eine eigene Kriteriensammlung aufzustellen:   

  • Hilbert Meyer (2004). 10 Merkmale für guten Unterricht. Siehe hierzu auch die ergänzenden und revidierten Hinweise in seinem Artikel «Unterrichtsqualität in der digitalen Welt» (2017). In derselben Quelle beschreibt er «Zehn Merkmale professioneller Lehrerarbeit». Diese sind eine ergiebige Grundlage für entwicklungsorientierte Personalgespräche.
  • Andreas Helmke beschreibt ebenso zehn Merkmale. Rund die Hälfte davon ist in hohem Masse mit Meyer übereinstimmend. In seinen neuesten Publikationen integriert Helmke die Hattie-Studie.
  • John Hattie fasst in seiner Metastudie empirisch erhärtete Einflussfaktoren auf die Unterrichtsqualität zusammen. Anspruchsvoll ist die ausgewogene Interpretation des umfangreichen Datenmaterials. Für Schulleitende und Lehrpersonen ist daher weniger die Originalstudie als vielmehr die nachstehend aufgeführte Literatur zu empfehlen.

Der kompetenz- oder handlungsorientierte Unterricht ist mit dem Lehrplan 21 ins Zentrum der Unterrichtsentwicklung gerückt. Dazu gibt es aus verschiedenen Kantonen nützliche Hilfsmittel. Im Kanton Bern sind auf dem Fächernet umfangreiche Materialien im Kontext einer reichhaltigen Aufgabenkultur entstanden. In der Zentralschweiz wird der Kompetenzorientierte Unterricht an acht Merkmalen festgemacht, wie sie Joller et al. beschrieben haben. Dazu wird eine Publikation der PH Luzern empfohlen. Die Bildungsverwaltung des Kantons Zug hat umfangreiche Kompetenzraster zu den erwähnten acht Merkmalen publiziert. Sie dienen in Form einer Standortbestimmung den Lehrpersonen zur Selbstbeurteilung und den Schulleitenden für die Weiterbildungsplanung. 

Gut zu wissen: Erarbeitung von Kriterien 

Umfangreiche Kriteriensammlungen bewirken bei Lehrpersonen oft ein Gefühl einer Überforderung. Sie möchten möglichst viele Kriterien gleichzeitig erfüllen. Das wäre kontraproduktiv. In der Schulleitungspraxis bewähren sich vielmehr ausgewählte Kriterien, die

  • Bezug zur schulinternen Unterrichtsentwicklung haben
  • zusammen mit den Lehrpersonen formuliert oder ausgewählt worden sind
  • von den Lehrpersonen als nützlich, entwicklungsfördernd, aber leistbar erachtet werden.

Schulleitenden wird deshalb in diesem Thema ein kooperativer Führungsstil empfohlen.

Gut zu wissen: Mitarbeiterinnen- und Mitarbeitergespräche

Für die Vorbereitung und Durchführung der Unterrichtsbesuche und Mitarbeiterinnen- und Mitarbeitergespräche existieren zahlreiche Anleitungen. Mit den nachstehend aufgeführten Quellen von Dubs sowie von Schneuwly, Hellmüller und Hostettler lässt sich eine zeitgemässe Praxis gestalten. Der Gesprächsraster «Standortbestimmung und Zielvereinbarung im Rahmen eines Mitarbeiterinnen- und Mitarbeitergesprächs (MAG) für Lehrpersonen», der dazu gehörende Leitfaden und die FAQs sind bewährte Instrumente. Von der Schule bestimmte Kriterien für die Unterrichtsbeobachtung können gut in den Gesprächsraster eingefügt werden.

Keine Inhalte

  • Dubs, R. (2019). Kapitel 7: Managementprozesse III: Die pädagogische Führung. In Dubs, R., Die Führung einer Schule. Leadership und Management. (3. Auflage). Stuttgart: Franz Steiner Verlag.
  • Gesprächsraster, Leitfaden und FAQs zu den Mitarbeitergesprächen Kanton Bern
  • Didaktische Grundlagen und Musteraufgaben zum Lehrplan 21:
    faechernet21.erz.be.ch
  • Hattie, J., Zierer, K. (2019). Kenne deinen Einfluss!: "Visible Learning" für die Unterrichtspraxis. (3. erweiterte Auflage). Hohengehren: Schneider Verlag.
  • Hattie, J., Beywl, W., Zierer, K. (2017). Lernen sichtbar machen für Lehrpersonen: Überarbeitete deutschsprachige Ausgabe von "Visible Learning for Teachers". Hohengehren: Schneider Verlag.
  • Helmke, A. (2015) Unterrichtsqualität und Lehrerprofessionalität. Diagnose, Evaluation und Verbesserung des Unterrichts. (7. Auflage). Stuttgart: Klett Verlag.
  • Joller-Graf, K. (2015). Wie Wissen wirksam wird: Merkmale eines kompetenzfördernden Unterrichts. Luzern: Entwicklungsschwerpunkt Kompetenzorientierter Unterricht, Pädagogische Hochschule Luzern
  • Krieg, M., Weber, K., Kaiser, E. (2017). Einschätzungsraster SE:KO. Zug: Direktion für Bildung und Kultur, Amt für gemeindliche Schulen Kanton Zug
  • Meyer, H. (2016). Was ist guter Unterricht? (14. Auflage). Berlin: Cornelsen.
  • Meyer, H. (2017). Unterrichtsqualität in der digitalen Welt. In INFOS 2017: Informatische Bildung zum Verstehen und Gestalten der digitalen Welt: Oldenburg, Carl von Ossietzky Universität.
  • Schneuwly, G. (2016). Unterrichtsentwicklung. In Hofmann H., Hellmüller P. & Hostettler U. (Hrsg.). Eine Schule leiten. Grundlagen und Praxis. (1. Auflage, S. 46 – 72). Bern, Schweiz: hep.


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